Holz im Außenbereich


Um Holz im Außenbereich in seiner Schönheit möglichst lange zu erhalten und den natürlichen Zerfall zu verhindern, muss es geschützt werden. Die Schutzmaßnahmen sind (nach Wichtigkeit geordnet)

  1. Holz wird vor allem durch Feuchtigkeit und Nässe und damit eindringende holzzerstörende Organismen geschädigt. Deshalb sollten Holzbauteile so konstruiert werden, dass der Wasserkontakt möglichst vermieden wird. Wo das nicht geht, dafür sorgen, dass das Holz schnell wieder trocknen kann (d.h. große Vordächer, Belüftung von Holzfassaden, Tropfkanten ausbilden, vertikale Verbretterung, Metallfüße verwenden, etc. )
  2. Auswahl geeigneter, widerstandsfähiger Holzarten(Lärche, Robinie, Eiche)
  3. Auch innerhalb der Holzarten gibt es große Unterschiede: Holz von Bäumen aus höheren Lagen und günstigen Standorten mit langsameren Wuchs hält länger, aus ist das Holz widerstandsfähiger wenn es zum richtigen Zeitpunkt(jahreszeitlich und mondphasengerecht) geschlägert und langsam getrocknet wurde.
  4. Schutz durch geeignete Holzlasuren und Anstrichmittel. Kein Anstrich kann allerdings Fehler, die bei den ersten 3 Punkten gemacht wurden langfristig ausgleichen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten eines Anstrichschutzes:

  • Lasieren: Der Auftrag der Lasur ist sehr einfach, Lasuren sind sehr widerstandsfähig, der Holzcharakter bleibt weitgehend erhalten und die Wiederholungsanstriche lassen sich leicht aufbringen, deshalb ist Lasieren in sehr vielen Fällen die beste Empfehlung. (AURO Holzlasur 160 und AURO Naturharzöl-Lasur LM 130)
  • Ölen: Sehr wasserfeste Öle dringen tief in das Holz ein, eingelagerte Pigmente bieten einen gewissen UV Schutz, die Verarbeitung ist sehr einfach, die Optik sehr natürlich, die Pflege ist einfach, muss aber öfter als beim Lasieren erfolgen, das Ölen hat sich vor allem bei harten Hölzern (Eiche, Lärche, Robinie, Teak etc.) gut gewährt.
  • Lackieren: Lacke sind festkörperreiche, relativ dicke Anstriche die Holzstruktur abdecken. Lacke bieten einen höheren Schutz vor Wasser da sie aber die Dampfdiffusion behindern, besteht die Gefahr das Abblätterns und Abspringen. Die Verarbeitung ist aufwendiger; die Sanierung schwieriger, deshalb kann das Lackieren nur im bestimmten Fällen empfohlen werden.
  • Schwedenrot: Einen Spezialfall stellt das AURO Schwedenrot 148 dar, für sägeraue Holzfassaden im Stil skanadinavischer Häuser. Eine leicht Verarbeitbare, leicht renovierbare Beschichtung für Holzfassaden und Zäune, nicht geeignet für Gartenmöbel, Fenster oder dergleichen.
  • Aufhelltechnik: In manchen Fällen ist es gewünscht, dunkles Holz wieder hell wirken zu lassen, ohne es vollflächig abzuschleifen. Dies ist mit der Aufhelltechnik mit AURO Decklack seidenmatt 260 und AURO Holzlasur 160 möglich.
  • Borsalz: In manchen Fällen ist vorbeugender Holzschutz gegen Pilze und Insekten angebracht oder vorgeschrieben. Dies ist im gewissen Maß mit AURO Borsalz-Holzschutz 111 möglich.
AURO Holzlasur 160 wird in der Regel auf den trocken, sauberen und tragfähigen Untergrund im gewünschten Farbton ohne Grundierung aufgetragen. Lediglich gerbstoffreiche Hölzer wie Eiche müssen immer mit AURO Spezialgrundierung 117 grundiert werden. Hölzer mit durchschlagenden Inhaltsstoffen wie z.B. Lärche muss bei weißen Folgeanstrichen mit AURO Spezialgrundierung 117 grundiert werden. Wenn im Renovierungsfall die Holzlasur auf einen Altanstrich mit unbekannter Zusammensetzung aufgetragen wird, ist ebenfalls eine Grundierung mit AURO Spezialgrundierung 117 nötig.

AURO Holzlasur 160 wird für den Grundanstrich mit 10% Wasser verdünnt aufgetragen, nach der Trocknung wird leicht zwischengeschliffen.

Der Zwischen- und Schlussanstrich wird unverdünnt aufgetragen. Diese 3 Anstriche sind für den ausreichenden Schutz unbedingt nötig.

Alle Farbtöne sind untereinander mischbar. Zur Verarbeitung sollten ausschließlich Werkzeuge , welche für die Verarbeitung wasserverdünnbarer Anstrichsysteme geeignet sind, verwendet werden. Die Holzlasur kann auch sehr gut im Spritzverfahren aufgetragen werden, eine Verarbeitung mit der Rolle ergibt ein unnatürliches Anstrichbild und sollte vermieden werden.

Je nach Sonneneinstrahlung und Wettereinfluss nimmt jeder Anstrich mit der Zeit an Substanz ab. Um dauerhaften Schutz und ein gefälliges Aussehen zu gewährleisten, sollten die abgewitterten Anstrichschichten regelmäßig, am besten jährliche kontrolliert und bei Bedarf, in der Regel alle 3-5 Jahre, nachgestrichen werden.

Für diejenigen, die die altbewährte klassische AURO Naturharzöllasur LM 130 schätzen, ist diese bis auf weiteres im Programm. Wegen einiger technologischer Nachteile empfehlen wir sie nur dort, wo Kunden mit einem bestehenden Öllasuranstrich zufrieden waren und diesen erneuern wollen.

Mit der Anwendung der AURO Außenöle (AURO Gartenmöbelöl 102) wird eine wasser- und schmutzabweisende Wirkung erreicht. Die Öle sind atmungsaktiv und blättern nicht ab. Feuchtigkeitsschwankungen werden reguliert, die Wetterbeständigkeit verbessert. Die Pigmentierung bewirkt einen UV Schutz und unterstützt die natürlichen Holzfarben. Als Untergrunde eignet sich sauberes, trockenes und saugfähiges Holz, das leicht vorgeölt oder abgewittert sein darf, gegebenenfalls ist das Holz zu reinigen und zu schleifen. Nach guten Aufrühren wird das Öl mit einem Pinsel oder Lappen aufgebracht. Zur leichteren Verarbeitung ist es möglich, das Öl mit bis zu 20% AURO Pflanzen-Balsamverdünnung 191 zu verdünnen. Vor der Antrocknung (je nach Temperatur noch 10-30 Minuten) ist nicht eingezogenes überschüssiges Öl in das Holz einzureiben bzw. mit einem saugenden Lappen zu entfernen.

Im Normalfall wird der Vorgang nach 24 Std. wiederholt, eine regelmäßige Pflege mit dem Gartenmöbelöl ist nötig.

In einigen wenigen Fällen ist es sinnvoll, Holz im Außenbreich zu lackieren (z.B. bestehende Lackanstriche, sehr dunkle unschöne Untergründe, Farbwunsch, …) Dann ist folgender Anstrichaufbau empfehlenswert: Der Untergrund muss trocken, sauber, tragfähig und fein geschliffen sein.

Als Grundierung eigenet sich bei rohem Holz AURO Hartgrundierung 127, bei gerbstoffreichen Hölzern wie Eiche muss immer die AURO Spezialgrundierung 117 verwendet werden, Hölzer mit durchschlagenden Inhaltsstoffen wie z.b. Lärche müssen bei einer weißen oder hellen Folgeanstrichen mit der AURO Spezialgrundierung 117 grundiert werden. Wird im Renovierungsfalls ein Altanstrich überstrichen, dessen Zusammensetzung nicht bekannt ist, empfiehlt sich ebenfalls die AURO Spezialgrundierung 117 als Grundierung. Nach dem Trocknen wird die grundierte Fläche leicht zwischengeschliffen.

Sollen Holzoberflächen sehr glatt und füllig wirken, erfolgt dann ein Anstrich mi AURO Vorstreichfarbe 253(streichen, rollen oder spritzen), nach dem vollständigen Trocknen wird wieder zwischengeschliffen, dann kann bei Bedarf AURO Naturharz-Lackspachtel 231 zum Ausfüllen kleiner Risse oder Löcher verwendet werden. Allerdings sollte im bewitterten Außenbereich möglichst wenig gespachtelt werden. Dann erfolgen 2 Anstriche mit AURO Decklack glänzend 250.

Tragen Sie den Lack mit einem geeigneten Pinsel oder beflockten Lackroller auf – nicht zu dick, eventuell bis zu 20% mit Wasser verdünnt. Streichen Sie zuerst die Kanten, dann die Flächen, Holz in Richtung der Maserung streichen. Auch ein Auftrag mit der Spritzpistole ist möglich.
Lackanstriche im Außenbereich sollten jährlich kontrolliert werden und eventuelle Schadstellen ausgebessert werden.

AURO Schwedenrot Holzfassadenfarbe 148 ist eine matte Schlemmfarbe auf Wasserbasis aus Leinöl, Leinöl Standöl, mineralischen Pigmenten, Füllstoffen, Eisenvitriol und Weizenmehl.

Zu den geeigneten Untergründen zählen: aufgraute oder sägeraue unbehandelte Holzfassaden, Holzzäune und alte abgewitterte Schwedenrot Anstriche.

Nicht geeignet für Fenster oder Gartenmöbel. AURO Schwedenrot Holzfassadenfarbe 148 ist leicht zu verarbeiten, atmungsaktiv, leicht renovierbar und hat keinen ökologische nachteilige Wirkung.

Zur Grundierung sollten 20% Wasser zugefügt werden, der Auftrag erfolgt mit Pinsel, Bürste oder Flächenstreicher, der Schlussanstrich wird nach der Trocknung (mind. 24 Std.) unverdünnt ausgeführt.

Je nach Bewitterung beginnt die Schicht nach einigen Jahren abzufärben, dann ist es Zeit, den Anstrich zu erneuern. Zum Vorbereiten genügt es, die Fläche gründlich abzubürsten, dann einfach wieder AURO Schwedenrot Holzfassadenfarbe 148 auftragen.

Stark abgewitterte, dunkle Hölzer lassen sich ohne vollflächiges Abschleifen wieder aufhellen. Dazu wird die Fläche gut abgebürstet, falls notwendig wird mit der AURO Spezialgrundierung 117 grundiert, dann erfolgen 1-2 Anstriche mit AURO Decklack seidenmatt 260 in einem hellen Holzfarbton (z.b. eine Mischung aus 8 Teilen 260-90 weiß und 2 Teile 260-15 ockergelb), damit wird die Fläche gleichmäßig eingefärbt.

Dann wird mindestens 2 mal (besser 3 mal) mit AURO Holzlasur 160 im gewünschten Farbton lasiert. Bei sorgfältiger Verarbeitung lässt sich von weitem kein Unterschied zu einem neuen, lasierten Holz feststellen.

AURO Borsalz-Holzschutz 111 eignet sich zum verbeugenden Schutz von befallsgefährdeten Holzbauteilen vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten, eine bekämpfende Wirkung ist mit Verzögerung möglich (fordern Sie unser Themenblatt an). Da das Borsalz wasserlöslich ist, muss es vor nachträglichen Auswachsverlusten z.B. durch feuchtesicheren Verkleidung oder durch einen geeigneten Folgesanstrich geschützt werden.

Ist von der ausschreibender Stelle ein vorbeugender Bläueschutzanstrich vorgeschrieben, ist es möglich unter der AURO Holzlasur 160 und AURO Decklack glänzend 250 eine herkömmliche, chemische Holzschutzgrundierung zu verwenden.Das ökologische Argument für einen solchen Kompromiss liegt darin, dass hier das Verfahren 3-4 mal Chemie gegen die Alternative 1 mal Chemie, 2-3 mal konsequente Ökologie steht. Bedenken Sie allerdings, ob sie wirklich den chemischen Holzschutz brauchen, denn selbst biozidhaltige, giftige Grundierungen bieten keine Garantie für Befallsfreiheit.

Beachten Sie unser Themenblatt „Schutz vor Hölzern vor Schimmelpilzen und Bläue.